Miteinander in den Advent

Drei Sprachen, vier Konfessionen

100-kriegsende-cz

Aus Anlass des 100-Jahr-Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs fand am 10. November ein besonderer Ökumenischer Gottesdienst statt, der in Format und Konstellation eine Premiere darstellte. Auf Initiative der Britischen Botschaft und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft wurde dieser Gottesdienst in der Prager St. Clement’s Church (Svatý Kliment) abgehalten. Den Botschaften war es ein Anliegen, dass die Feier von der anglikanischen Gemeinde und von unseren beiden deutschsprachigen Gemeinden getragen und vorbereitet würde. Das erforderte einen mehrwöchigen intensiven Austausch untereinander. Am Ende feierten wir in drei Sprachen, weil neben Deutsch und Englisch natürlich auch Tschechisch vorkam, und mit Kirchenvertretern aus vier verschiedenen Konfessionen, denn es war auch noch der aus der altkatholischen Kirche stammende Generalsekretär des Ökumenischen Rates mit dabei. Ebenfalls eine Premiere war, dass neben den Kirchenvertretern auch der britische und der deutsche Botschafter in der Liturgie das Wort ergriffen, indem sie Friedenstexte aus der Bibel vortrugen. Sie taten dies vor mehreren anderen Botschafterkollegen und vielen weiteren Besuchern. Es lag ein Segen und ein Frieden auf dieser gottesdienstlichen Feier. In unserer komplizierten Welt sind solche Initiativen wohl besonders wichtig und hoffentlich auch fruchtbar.

„Ein fröhliches Herz“

Chor Gaishardt

„Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz“ – unter diesen Satz von Hermann Löns stellte der Chor „Sonum laudate“ aus Gaishardt im Landkreis Aalen seine Reise nach Prag. Das fröhliche Herz war dann am Sonntag, dem 28. Oktober, ganz besonders wichtig, denn der Tag war kalt und verregnet. Vor vielen Gottesdienstbesuchern gestaltete der Chor in unserer Kirche die Sonntagsmesse mit, und man merkte: die Fröhlichkeit hält die Sängerinnen und Sänger zusammen. Der 28. Oktober dieses Jahres stand in ganz Tschechien im Zeichen der Erinnerung an die Gründung der Tschechoslowakischen Republik vor 100 Jahren. Nicht nur deshalb, aber auch deshalb freuten wir uns besonders, mit dem Gaishardter Chor eine würdige Gestaltung unseres Gottesdienstes geschenkt bekommen zu haben. Dass möglichst viele Menschen in diesem Land ein fröhliches Herz haben können und dass wir dafür im gesellschaftlichen Miteinander sorgen – das wünschen wir der Republik zu ihrem 100. Gründungstag!

Einführung des Pfarrgemeinderates

Pfarrgemeinderat_Angelobung

Das Erntedankfest am 14. Oktober bot den feierlichen Rahmen für die Einführung und Angelobung des Pfarrgemeinderates. Aus der Wahl, die bereits vor dem Sommer stattfand, gingen sechs Pfarrgemeinderäte hervor. Zwei weitere wurden von unserem Pfarradministrator P. Martin Leitgöb in diese Aufgabe berufen. Genau vor zwei Jahren wurde unsere Gemeinde von der Erzdiözese Prag zu einer Pfarrei erhoben. Mit der Wahl und Einführung des Pfarrgemeinderates haben wir nun einen weiteren Meilenstein auf unserem Weg geschafft. Wie schön, dass dieses Gremium so gut durchmischt ist: Frauen und Männer sind in einem ausgewogenen Verhältnis, ebenso die unterschiedlichen Herkünfte (deutsch-tschechisch-österreichisch) und natürlich die unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Erfahrungen. Es lässt sich jetzt schon sagen: Das ist ein gutes Team von Gemeindemitgliedern, die auch gut miteinander können. Wir wünschen den Pfarrgemeinderäten viel Segen im Engagement für das Wachstum des Reiches Gottes in unserer Gemeinde! (Am Bild von links nach rechts: Robert Rusina, Karin Hopfgartner, Kilian Kirchgeßner, Espérance Kinsky, Martina Kastler, Thomas Schweinhuber, P. Martin Leitgöb, Reinhard Kaiser und Eleonore Kinsky)

„Wer dankt, der denkt“

Erntedank_2018

Einer der Höhepunkte in unserem jährlichen Gemeindeleben ist das Erntedankfest. Seit einigen Jahren können wir dieses Fest mit einer Erntekrone feiern, wie es im süddeutschen und österreichischen Raum weithin Brauch ist. Aber nicht nur das: Auch die Kirche und vor allem die verschiedenen Altäre werden zu diesem Anlass mit den „Früchten der Erde und der menschlichen Arbeit“ geschmückt. Eine Gruppe von Kindern, Eltern und Großeltern fand sich bereits am Samstag vorher zusammen, um mit großem Engagement den gottesdienstlichen Raum zu gestalten. Unser Erntedankfest begannen wir dann, wie jedes Jahr, im Garten vor unserer Kirche. Damit kam zum Ausdruck, dass wir unsere Lebensmittel der Natur und damit Gott als dem Schöpfer der Natur verdanken. Zugleich bemerkten wir aber auch, wie gefährdet die Natur ist, denn dass es Mitte Oktober in Mitteleuropa fast sommerliche Temperaturen hat, kann nicht als Normalität angesehen werden. So war unser Erntedankfest auch ein wichtiger Nachdenkimpuls in Bezug auf unseren menschlichen Umgang mit der Natur in Zeiten der Klimakrise. „Wer dankt, der denkt“, hat jemand einmal formuliert.

Ein „Zählsonntag“ anderer Art

Rosenkranzverteilaktion

In den meisten Diözesen des deutschsprachigen Raums ist es üblich, dass die einzelnen Pfarreien an zwei Sonntagen im Jahr die Gottesdienstbesucherinnen und – besucher zählen. Es gibt auch Gemeinden, wo man jeden Sonntag zählt. Auf der einen Seite ist dies natürlich interessant, weil sich dadurch wertvolle Erkenntnisse über die religiöse Praxis ergeben. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass die Seelsorge durch eine „Zählsorge“ überlagert wird. In unserer Gemeinde zählen wir deswegen in aller Regel nicht. Dennoch ergab sich am 7. Oktober eine Möglichkeit, die Gottesdienstgemeinde quantitativ zu bestimmen. Aus gegebenem Anlass (Rosenkranzmonat) wurden nach der Heiligen Messe kleine Rosenkränze verteilt. 150 Stück waren vorbereitet. Sie waren an diesem gut besuchten Sonntag (siehe Beitrag unten) alle weg, und es hätte noch etwa zehn weitere gebraucht. Aber natürlich: Es ging auch in dieser Situation nicht in erster Linie um „Zählsorge“. Das seelsorgliche Anliegen bestand schlicht darin, unsere Gemeindemitglieder und Gäste zum persönlichen Rosenkranzgebet einzuladen. Dieses einfache meditative Gebet kann im Alltag helfen, zur Mitte zu finden, die zentralen Geheimnisse des Glaubens zu betrachten, das eigene Leben und das Leben anderer auf die Fürsprache Mariens vor Gott zu bringen.

Gastfreundliche Gemeinde

Rosenkranzsonntag

Prag ist eine der wichtigsten touristischen Metropolen in Europa. Aus den Nachbarländern Tschechiens kommen besonders viele Besucherinnen und Besucher. Besonders genützt werden dazu verlängerte Wochenenden, so jedes Jahr auch um den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit. Wir spüren das dann immer auch in unseren Sonntagsgottesdiensten, weil sich dann besonders viele Menschen in unserer Kirche versammeln. Es ist erfreulich, wenn Katholikinnen und Katholiken auch in ihrer Urlaubszeit am Tag des Herrn einen Gottesdienst aufsuchen. Als Christen sind wir einander ja nicht fremd, sondern in der Tiefe miteinander verbunden. Dieses Gemeinschaftserlebnis hatten wir wieder am 7. Oktober. Neben Einzelgästen durften wir an diesem Sonntag gleich zwei größere Gruppen willkommen heißen. Zum einen eine Gruppe von Erwachsenen aus Donauwörth, zum anderen eine Schülergruppe des Bischöflichen Gymnasiums aus Geilenkirchen im Bistum Aachen. Schon am Abend zuvor war eine Jugendgruppe aus einer Pfarrei des Bistums Limburg zu Gast, mit der wir einen Vorabendgottesdienst feierten, zu dem auch mehrere Gemeindemitglieder hinzugekommen waren. Wir freuen uns, wenn wir uns als gastfreundliche Gemeinde präsentieren können!

Religio & Amicitia

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Es ist mittlerweile Tradition: Immer an einem Wochenende in der zweiten Septemberhälfte hält die Studentenverbindung Pragensis ihr Stiftungsfest, dessen krönender Abschluss der Sonntagsgottesdienst in unserer Pfarrkirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen ist. Die Pragensis ist eine christliche Studentenverbindung. Vor 1945 gab es in Prag mehrere solcher Verbindungen. Vor 18 Jahren wurde daran angeknüpft, obwohl es nicht leicht war (und immer noch nicht ist), den Faden wieder aufzunehmen. Ohne hochherzige Unterstützung v.a. österreichischer Kartellbrüder wäre das nicht möglich gewesen. Immerhin: die an Jahren junge Verbindung lebt. Sie ist auf vier Prinzipien gegründet: Religio (Religion) – Amicitia (Freundschaft) – Patria (Heimat) – Scientia (Wissenschaft). Das ist eine gute Basis. Entsprechend dem ersten Prinzip gehörte der Gottesdienstbesuch auch dieses Jahr zu den Standards anlässlich des Stiftungsfestes. Das zweite Prinzip wurde nach dem Gottesdienst beim Mittagessen gepflegt (Bild). Für Interessierte: www.pragensis.cz.

Ein Blick nach Brünn

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Als Deutschsprachige Pfarrei in Prag leben wir nicht auf einer Insel, sondern sind in vielfacher Weise mit der Katholischen Kirche von Tschechien in Beziehung. Das wurde am 10. September wieder einmal so richtig spürbar, als P. Martin Leitgöb und der Leiter des Sudetendeutschen Büros in Prag, Peter Barton, nach Brünn reisten. Ziel war das Plattenbauviertel Lesná im Norden der mährischen Metropole, wo zur Zeit ein Kirchenneubau entsteht. Rund 20.000 Einwohner hat dieser Stadtteil, die Gottesdienste aber wurden bisher im Saal eines Gemeindezentrums gefeiert. Der rührige Pfarrer Pavel Hověz (am Bild links) und seine Pfarrei initiierten deswegen den Bau eines Gotteshauses, das der seligen Restituta Kafka gewidmet werden soll. Damit setzen sie gleich in zweierlei Hinsicht ein bedeutungsvolles Zeichen. Erstens: Kirche muss mitten dort, wo Menschen leben, sichtbar sein. Und: Die Ordensschwester Restituta Kafka stammte aus Brünn und wurde 1943 in Wien wegen ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus hingerichtet. Sie war eine mutige Christin, und Christenmut ist auch heute gefragt. Wer das Kirchenbauprojekt unterstützen möchte, kann dies über die tschechische Bankverbindung der Pfarrei Lesná tun: 197964240/0300.

Sommerrückblick

Sommerrückblick

Wie auch während des Jahres kamen im Sommer viele Gäste, die unsere Gottesdienstangebote gerne annahmen. In diesem Zusammenhang gab es auch viele schöne Begegnungen. Ein Gast schrieb nach zwei Gottesdienst-Besuchen in einer Email: „Glaube ist keine Privatsache, sondern braucht Gemeinschaft. Das leben Sie konsequent. Ihre Gemeinde hat mich sehr beeindruckt, weil sie einerseits durch einen starken Zusammenhalt untereinander und andererseits durch große Offenheit nach Außen geprägt ist.“ Sehr gefreut haben wir uns auch über den Besuch von Weihbischof Herwig Gössl aus Bamberg, der den Gottesdienst zum Fest der Verklärung des Herrn mit uns gefeiert hat. Und nicht zuletzt: Unsere Orgel wurde im August einer zweiwöchigen Generalüberholung unterzogen. Dadurch klingt sie jetzt wieder besser. Über Spenden für diese und andere laufende Maßnahmen freuen wir uns natürlich!

Kalender

  • Mi
    21
    Nov
    2018

    Krabbelgruppe

    09:30Gemeinderaum (Vyšehradská 41)
  • So
    25
    Nov
    2018

    Heilige Messe am Christkönigssonntag

    11:00Sankt Johannes Nepomuk am Felsen
  • Mi
    28
    Nov
    2018

    Treff für Seniorinnen und Senioren

    09:30Gemeinderaum (Vyšehradská 41)
  • Mi
    28
    Nov
    2018

    Krabbelgruppe

    09:30Gemeinderaum (Vyšehradská 41)
  • Mi
    28
    Nov
    2018

    Treff für Junge Leute

    15:00Evangelischer Gemeinderaum (Na Doubkové 8)
  • Sa
    01
    Dez
    2018

    Miteinander in den Advent

    ab 15:00Sankt Johannes Nepomuk am Felsen und Garten vor der Kirche
  • So
    02
    Dez
    2018

    Heilige Messe am Ersten Advent mit Adventskranzsegnung

    11:00Sankt Johannes Nepomuk am Felsen

Unsere Aussendungen

Ökumenischer Monatsüberblick

 

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