Ermutigendes Zeichen der Verbundenheit

Herwig Gössl

Passend zur heiligen Messe am Fest der Verklärung des Herrn (6. August) tauchte die Abendsonne unsere Kirche in eine ganz besondere Atmosphäre. Ganz besonders war auch, dass wir Weihbischof Herwig Gössl aus dem Erzbistum Bamberg zu Gast hatten, der mit uns den Gottesdienst zelebrierte. Er hielt sich mit Freunden einige Tage in Prag auf und folgte, wie er sagte, „sehr gerne“ der Einladung, mit uns den Gottesdienst zu feiern. Die Gottesdienstgemeinde freute sich darüber. Für uns deutschsprachige Christen in der Prager Diaspora ist so etwas auch ein ermutigendes Zeichen der Verbundenheit mit der Kirche in Deutschland. Am Ende des Gottesdienstes gratulierten wir noch einem Gemeindemitglied zum Geburtstag – unsere Felicitas, eine Säule unserer Gemeinde, überschreitet immer am Verklärungstag die Schwelle zu einem neuen Lebensjahr. Welch schöner Geburtstag!

See-Genezareth-Feeling

messe sommercamp (2 von 9)

Einen Teil der Ferienzeit verbringen viele Kinder und Jugendliche in Sommercamps. Zu einem ganz besonderen Camp war P. Martin Leitgöb an einem Sonntagabend im Juli eingeladen. Am Orlík-Stausee hatten sich Jugendliche aus mehreren Ländern versammelt. Ihre Gemeinsamkeit: Sie gehören zu den verschiedensten deutschsprachigen Minderheiten in Mittel-, Ost-, Südosteuropa und darüber hinaus (bis nach Kasachstan und Kirgisistan – auch dort gibt es deutschsprachige Minderheiten!). Jährlich findet dieses Camp statt, aber immer an einem anderen Ort, in einem anderen Land, diesmal eben in Südböhmen. Veranstalter sind die Landesversammlung der Deutschen in Tschechien, das Institut für Auslandsbeziehungen und das Goethe-Institut. Zusammen mit Spaß, Spiel und Sport wird dabei die kulturelle Identität dieser jungen Leute und ihr Zusammenhalt über Ländergrenzen gefördert. Eine tolle Sache! Und schön, dass bei einem solchen Camp auch der Glaube seinen Platz hat. Beim Freiluft-Gottesdienst gewannen die Worte Jesu aus dem Sonntagsevangelium einen ganz besonderen Klang: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus“. Da kam am Ufer des Stausees See-Genezareth-Feeling auf.

Wieder einmal Abschied nehmen

Joachim Renn

Zu unserer Gemeinde gehören Menschen, die über lange Zeit in Prag leben, aber auch solche, die nur für ein paar Jahre hier sind. Vor dem Sommer heißt es deswegen immer wieder, von lieben Gemeindemitgliedern Abschied zu nehmen. Von einem ganz lieben Gemeindemitglied verabschiedeten wir uns im Rahmen des Ökumenischen Gottesdienstes am 24. Juni. Joachim Renn war in den letzten Jahren ein anerkannter Lehrer an der Deutschen Schule Prag. Sein Dienst an dieser Schule, welche viele Kinder und Jugendliche unserer Gemeinde besuchen, muss als aufopferungsvoll bezeichnet werden. Nun verlässt er Prag und wechselt zugleich in den wohlverdienten Ruhestand. In unserer Gemeinde war Joachim Renn oft in den Gottesdiensten präsent. Er leistete zugleich manchen stillen Dienst für unser aller Wohl, ohne dass er dafür groß im Vordergrund stehen oder groß bedankt werden wollte. Letzteren Gefallen konnten wir ihm nun nicht ganz machen. Als Abschiedsgeschenk bekam er die Osterkerze des vergangenen Jahres, das liturgische Symbol für Licht und Leben des auferstandenen Herrn Jesus Christus. Leider machte bei der Verabschiedung niemand ein Foto. Das oben stehende Bild (© Pfarrerin Elisabeth Veronika Förster-Blume) ist ein Schnappschuss aus der Schule. Passt ja auch!

Besiegelt mit dem Heiligen Geist

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In unserer Pfarrei fand am 23. Juni die Feier der Firmung statt. Durch dieses Sakrament wird einerseits die Taufe vollendet, und zugleich wird die bewusste Entscheidung für das Christsein mit dem Heiligen Geist besiegelt. Für die Firmfeier war der Wiener Weihbischof Franz Scharl angereist. Dieser trägt in der Erzdiözese Wien für die anderssprachigen Gemeinden die Gesamtverantwortung. Er konnte mit seinem Besuch in Prag nun eine anderssprachige Gemeinde gewissermaßen unter umgekehrten Vorzeichen kennenlernen. Gefirmt wurden sieben Jugendliche, die mit ihren Familien zum größten Teil schon viele Jahre in Prag leben. Schön, dass am Gottesdienst neben den Angehörigen der Paten und Angehörigen der Firmlinge auch viele Gemeindemitglieder teilnahmen. So wurde deutlich: Es ist uns etwas wert, wenn junge Menschen sich in vertiefter Weise auf den Weg des Glaubens begeben. Wir wünschen den Neugefirmten, dass sie den Glauben als eine große Bereicherung für ihr Leben erfahren und damit einen sicheren Anker haben.

Die Ökumene ist (auch) jung

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Beim Tag der offenen Tür an der Deutschen Botschaft wurde wieder einmal sichtbar, dass Ökumene nicht nur ein Anliegen der Pfarrer ist und auch nicht bloß zwischen diesen gut funktioniert. Den ganzen Nachmittag über betreuten Miriam Kaminski aus der evangelischen Gemeinde (und dort vor kurzer Zeit konfirmiert) sowie Reinhard Kaiser, der Mesner unserer katholischen Gemeinde, den gemeinsamen Kirchenstand – mit großem Engagement und ebenso mit großer Offenheit für die Besucherinnen und Besucher, vor allem aber mit großer Freude! Sie bewiesen, dass Ökumene auf verschiedenen Ebenen läuft und dass sie (auch) jung ist!

„Meet & greet“ auf der Botschaft

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Alle zwei Jahre findet auf der Deutschen Botschaft Prag ein „Tag der offenen Tür“ statt. Dieses Jahr war es am 21. Juni wieder so weit. Vormittags wurde die Botschaft mit ihrem großen Garten von vielen Schulklassen gestürmt. Am Nachmittag waren Gebäude und Garten für alle Interessierten offen. Insgesamt kamen mehrere tausend Besucher. Mittlerweile ist es Tradition, dass sich an diesem Tag nicht nur die Botschaft selbst präsentiert, sondern dass im Garten zahlreiche Info-Stände von deutschsprachigen Organisationen aufgebaut sind. Und es ist ebenso Tradition, dass die beiden deutschsprachigen Kirchengemeinden mit von der Partie sind. Den ganzen Tag über standen sowohl Pfarrerin und Pfarrer wie auch einige Gemeindemitglieder für Begegnungen und Gespräche bereit. „Meet and greet“ gab es aber nicht nur mit dem Besucherinnen und Besuchern, sondern auch mit den Botschaftsmitarbeitern und mit den Vertretern der anderen Organisationen. Es war ein erfüllender Tag – und das Wetter hat die ganze Zeit über gehalten, obwohl für den Nachmittag Gewitter angesagt waren. Auf dem Bild: P. Martin Leitgöb, Botschafter Christoph Israng, Pfarrerin Elisabeth Veronika Förster-Blume. (Foto: © Franz Häusler http://portfolio.fotocommunity.de/fotofranz)
Weitere Fotos von unserem Stand auf www.facebook.com/kathprag.

Dank dem Oberministranten Peter

Hopfgartner Peter

Seit seiner Erstkommunion hat Peter in unseren Gottesdiensten mit einem beachtlichen Fleiß als Ministrant gewirkt. Seit einigen Jahren war er auch „Oberministrant“. Nun, nachdem er 18 Jahre alt geworden ist, beendete er den Dienst am Altar. Im Sonntagsgottesdienst am 17. Juni verabschiedeten wir ihn deswegen sehr herzlich aus der Aufgabe und drückten ihm, begleitet von großem und langanhaltendem Applaus, Dank und Anerkennung aus. Wir sind als Pfarrei in der glücklichen Lage, immer wieder Ministranten nachwachsen zu sehen – und diesen Ministranten war Peter in seinem langjährigen Dienst ein großes Vorbild. Es kommt nicht so häufig vor, dass jemand so lange ministriert. Mögen sich das manche unserer noch jüngeren Altardiener zum Vorbild nehmen!

Taufe und Erstkommunion mit zwölf

Taufe mit 12

Ein 12jähriger Junge besucht den Religionsunterricht an der Deutschen Schule Prag. Er ist bisher noch nicht getauft, aber für religiöse Fragen hellwach. Er kennt sich in der Bibel gut aus. Er weiß, dass manche seiner Mitschüler am Sonntag in die Kirche gehen. So wird sein Interesse an Themen des Glaubens noch einmal stärker. „Kann ich nicht auch getauft werden“, fragt er den Religionslehrer und Pfarrer. „Ja, freilich, wenn es Dir wirklich ernst ist!“ Es ist ihm wirklich ernst. Das zeigt er auch mit seiner Bereitschaft, immer wieder vor den Sonntagsgottesdiensten gemeinsam mit seinen Eltern zum Taufunterricht zu kommen. Die Lektüre, welche er dort erhält, arbeitet er zu Hause fleißig durch. Am 17. Juni war es nun so weit. Filip empfing in unserem Sonntagsgottesdienst das Sakrament der Taufe. Und weil er bereits das nötige Alter hat, auch die Erstkommunion. Eine große Freude für die ganze Gemeinde! (Foto: privat)

Eine segensreiche „Lange Nacht“!

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Auch dieses Jahr war es wieder schön, bei der „Langen Nacht der Kirchen“ so viele Besucherinnen und Besucher in Sankt Johannes Nepomuk am Felsen begrüßen zu dürfen. Kühne Schätzungen lauten auf 3.000, wohl einigermaßen realistisch dürfen wir aber eine Zahl von 2.000 annehmen. Das wunderbare Wetter hat viel beigetragen. Die musikalischen und spirituellen Angebote in der Kirche wie auch die Bewirtung vor der Kirche fanden großen Zuspruch. Es gibt Leute, die uns jedes Jahr an diesem Abend besuchen, weil sie es bei uns so schön finden. Dankbar durften wir wieder beobachten, dass dieser Abend in zweifacher Hinsicht gesegnet war. Erstens kommen in unserer säkularen Gesellschaft Menschen mit Gott und mit der Kirche in Berührung. Im Hinblick auf unsere deutschsprachige Pfarrei dürfen wir aber zweitens auch beobachten, wie geradezu natürlich an einem solchen Abend die Begegnung zwischen uns und den meist tschechischsprachigen Gästen läuft. Hier wird der Dialog ohne großes Aufsehen gelebt. Ein großer Dank sei allen ausgesprochen, die auch dieses Jahr wieder in vielfacher Weise mitgeholfen haben, dass dieser Abend gelang – unseren Gemeindemitgliedern, aber auch unseren musikalischen Gästen! Vergelt’s Gott!

Der Heilige mit dem Kreuz

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Jedes Jahr wird am 16. Mai in der ganzen Kirche der Gedenktag des heiligen Johannes Nepomuk gefeiert. Wir sind froh, diesen wichtigen böhmischen und mitteleuropäischen Heiligen als Patron unserer Kirche und Pfarrei zu haben. Außerdem erfüllt es uns mit Freude, dass im Hochaltar unserer Kirche das von Johann Brokoff gestaltete Urmodell der Nepomuksstatue auf der Karlsbrücke und damit fast aller Nepomuksstatuen in Mitteleuropa steht. Wie jedes Jahr feierten wir das Patrozinium unserer Kirche mit einem deutsch-tschechischen Festgottesdienst, der auch dieses Jahr wieder – wie bereit letztes Jahr – vom Kirchenchor der Pfarrei St. Gotthart/Prag 6 musikalisch umrahmt wurde. Was ist die Botschaft des Heiligen in unserer Zeit? Johannes Nepomuk hält das Kreuz in der Hand. Aber: Er präsentiert es nicht als Zeichen kultureller Abgrenzung, sondern er meditiert es als Zeichen unseres Heiles. P. Martin Leitgöb entfaltete diesen Gedankengang in seiner Predigt, die man hier nachlesen kann.

Kalender

  • So
    19
    Aug
    2018

    Sonntagsgottesdienst

    11:00Sankt Johannes Nepomuk am Felsen
  • So
    26
    Aug
    2018

    Sonntagsgottesdienst

    11:00Sankt Johannes Nepomuk am Felsen

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