Geleitwort und Abschiedsworte zum Sommer
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, liebe Freunde und Förderer unserer
Gemeinden,
am 30 Juni 1984 wurde ich in der Kathedrale in Dresden zum Priester geweiht;
am folgenden Tag feierte ich die erste Heilige Messe in meiner
Heimatgemeinde „St. Elisabeth von Thüringen“. Mein Primizspruch als
Lebensmotto stammt aus Röm. 12, 12: „Seid fröhlich in der Hoffnung; geduldig
in der Bedrängnis; beharrlich im Gebet.“
„Die Hoffnung richtet unseren Blick nach vorne, die Geduld gibt uns Kraft für
den heutigen Tag, und das Gebet verbindet beides mit Gott. Wer so lebt, bleibt
auch in schwierigen Zeiten innerlich frei und verliert nicht den Mut.“
Am 21. Juni hatten wir eine für mich beeindruckende Verabschiedung mit
Gottesdienst und Empfang. Damit kann ich hochoffiziell in den Ruhestand
gehen. Inoffiziell werde ich jedoch bis Mitte August in Prag bleiben und dann
ins Betreute Wohnen nach Leipzig ziehen.
Mein besonderer Dank gilt unserer Gemeinde „St. Jan Nepomuk“. Ich habe
mich sehr wohl gefühlt. Ich hatte immer jemanden gefunden, wenn ich
schwierige Fragen bzw. schwere Situationen zu bewältigen hatte. In den Räten
der Pfarrei haben wir in der Regel sehr gut zusammengearbeitet. Danken will
ich auch unseren evangelischen Schwestern und Brüdern, den Botschaften und
den deutschsprachigen Institutionen sowie den politischen Stiftungen für die
guten Kontakte. Danke!!
Ich wünsche Euch allen einen erholsamen Urlaub mit vielen erholsamen
Erlebnisse. Wenn Ihr einmal nach Leipzig kommt, meldet Euch. Ich freue mich!
Ich erbitte für uns alle um Gottes Segen und um sein Geleit für unsere Zukunft.
Euer P. Lothar
Mit Fanfaren in den Ruhestand
„Warum sollte immer nur der Pfarrer eine Erinnerung mitnehmen“, fragte der stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Reinhard Kaiser rhetorisch nach dem Gottesdienst, mit dem Lothar Vierhock offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Wir haben uns gedacht: Machen wir doch uns allen ein Geschenk, um uns an die gemeinsame Zeit zu erinnern.“ Das Ergebnis ein 180-Seiten-Buch, in dem das Leben Lothar Vierhocks kondensiert ist – in Form von Anekdoten, Geschichten und Erinnerungen seiner Weggefährten, Freunde und den Mitgliedern seiner früheren Pfarrgemeinden. Das Kompendium eines bemerkenswerten Priesterlebens.
Mit dem festlichen Gottesdienst in der prallvollen Kirche, feierlicher Musik mit Trompete und Orgel sowie einem Kirchencafé bei strahlendem Sonnenschein endet für Lothar Vierhock zumindest die aktive Zeit als Pfarrer, die 1984 mit der Priesterweihe in Dresden begann, und die ihn über Leipzig, Hongkong und Moskau nun zu uns geführt hatte.
Wir sind froh und dankbar für die drei Jahre mit Lothar Vierhock hier in Prag!
Wer Interesse an einer pdf-Fassung der Festschrift hat, kann sich unter der Pfarrei-Mailadresse kathprag@gmail.com melden.



Mehr Eindrücke gibt es wie immer in unserer Bildergalerie hier.
Trauer um Johanna Lobkowicz
Eine traurige Nachricht erreicht uns aus München: Johanna Prinzessin Lobkowicz, geb. Gräfin zu Castell-Castell, ist am 14. Juni in München nach langer Krankheit verstorben. Sie wurde 75 Jahre alt.
Johanna Lobkowicz war in unserer Gemeinde ein Mitglied der ersten Stunde und immer aktiv und engagiert beim Gemeindeleben dabei – sei es im Finanzrat, sei es überall dort, wo eine helfende Hand benötigt wurde. Unvergessen ist auch unsere Gemeindewallfahrt im Jahr 2024, als wir bei ihr und ihrer Familie auf Schloss Drahenice zu Gast waren.
Requiem und Beerdigung finden in Tschechien statt. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, möge sich bei Pfarrer Lothar Vierhock melden.
Wir gedenken ihrer in Dankbarkeit.
Nacht der Kirchen 2026 – ein voller Erfolg!
Die Nacht der Kirchen am 29. Mai war für unsere Gemeinde ein rundum gelungener Abend: Rund 1000 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg in unsere Kirche und erlebten ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Begegnung, Spiritualität und offenen Kirchenräumen.
Auch die Bewirtung wurde hervorragend angenommen: bei Essen und Getränken herrschte den ganzen Abend über reges Miteinander und gute Stimmung.
Ein herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die mit großem Einsatz zum Gelingen beigetragen haben, ebenso allen Spenderinnen und Spendern von Speisen und Getränken. Ohne dieses gemeinsame Engagement wäre ein solcher Abend nicht möglich gewesen. Vielen Dank!



Mehr Eindrücke gibt es in unserer Bildergalerie hier.
Konzert in unserer Kirche – 18. Juni, 18:30 Uhr
Wir laden herzlich ein zu einem besonderen Konzert mit dem Edinburgh University Chamber Choir (EUCC) am 18. Juni um 18:30 Uhr in unserer Kirche.
Der renommierte Kammerchor der Universität Edinburgh bringt eindrucksvolle Chormusik aus unterschiedlichen Epochen und Traditionen nach Prag. Freuen Sie sich auf einen musikalischen Abend voller Klang, Atmosphäre und besonderer Stimmen.
Herzliche Einladung, wir freuen uns auf Ihren Besuch, der Eintritt ist frei!

Geleitwort zum Juni
„Er, Jesus Christus, ist unser Friede“ schreibt Apostel Paulus im Brief an die Epheser:
Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinem Fleisch nieder. (Eph 2,14)
Christus ist aber kein politischer Friedensstifter. Wenn wir die Glaubenszeugnisse der Evangelisten lesen, können wir den Eindruck gewinnen, dass es genau umgekehrt ist. Jesusverhält sich doch auch als einer, der zur Feindschaft fähig ist, er spaltet also. Er ist zugleich ein Friedenstifter einer anderen Art.
Der Friede, den Christus verkörpert, hat Konsequenzen für unseren Umgang mit anderen Menschen. Wenn wir uns beim Gottesdienstfeiern mit dem Friedensgrußbegrüßen, was tun wir da eigentlich? Auf wen oder was berufen wir uns?
Die Friedensbotschaft von Jesus Christus kann uns individuell und hier vor Ort dabei helfen, diese Frage zu beantworten. Jesus Christus hat, trotz der Gewalt, die ihm angetan wurde, ganz gewaltlos die Feindschaft durch sich selbstam Kreuz überwunden. Wenn wir uns gegenseitig den Friedensgruß wünschen heißt das so viel wie: „Du bist nicht allein in der von den vielen Spaltungen betroffenen Welt. Jesus begegnet Dirin der Lücke der Trennungen, die immer neu und jeden Tag drohen, dein Leben zunichte destruktiv zu machen. Jesus ist dein Friede in jeder Verletzung und jeder Trennung, vor jedem Abgrund, bei allem, was schmerzhaft ist.“
Friedensgruß
Da Christus die trennenden Mauern bereits niedergerissen hat, sind wir in Christus anderen Christen auf der ganzen Welt nicht länger fremd oder unbekannt.
Wir sind Pilger auf einer gemeinsamen Reise.
Wir sind Glieder des Haushaltes Gottes, der die ganze Erde umspannt.
Wir sind verbunden mit den Heiligen aller Zeiten,
wir sind gemeinsam unterwegs,
wir wachsen zusammen,
wir freuen uns gemeinsam, dass wir im Gnadenjahr des Herrn sind.
Lasst uns einander ein Zeichen des Friedens und der Liebe geben. Der Friede des Herrn sei mit euch.
Und auch mit dir. (Der trennende Zaun ist abgebrochen. Zur Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen, s. 196. Verlag des Gustav-Adolf-Werks e.V. Diasporawerk der EKD. Leipzig 1998).
Jugend-Polizeichor Fulda zu Gast
Am vergangenen Sonntag durften wir den Jugendchor des Polizeichores Fulda in unserer Gemeinde willkommen heißen. Die 17 Jugendlichen gestalteten im Rahmen ihrer Chorreise nach Prag den Gottesdienst musikalisch mit und berührten die Gemeinde mit ihrem Gesang auf besondere Weise.
Mit großer Freude, spürbarer Gemeinschaft und eindrucksvollen Stimmen wurde die Messe zu einem bewegenden Erlebnis. Für diese musikalische Bereicherung und die gemeinsame Feier des Glaubens sind wir sehr dankbar.


Nacht der Kirchen am 29. Mai
Herzliche Einladung zur traditionellen Noc kostelů am Freitag, 29. Mai in unserer Kirche St. Johannes Nepomuk am Felsen.
Es erwartet Sie ein Abend voller Begegnung, Musik, Stille und offener Kirche. Genießen Sie die Gelegenheit, unseren besonderen Kirchenraum neu zu entdecken, innezuhalten und Gemeinschaft zu erleben. Für Groß und Klein ist etwas dabei.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ausstellung der Steingartenfreunde im Kirchgarten
Vom 5. bis 22. Mai ist im Garten vor unserer Kirche die Ausstellung der Steingartenfreunde (Klub Skalničkářů) zu Gast. Wir laden herzlich ein, die liebevoll gestalteten Pflanzen und Arrangements zu entdecken.
Wichtiger Hinweis für die Sonntage:
Bitte nutzen Sie an diesen Tagen den Seiteneingang zum Kirchgarten. An der Kasse einfach angeben, dass Sie zum Gottesdienst in die Kirche möchten, der Zugang ist dann selbstverständlich kostenfrei.



Geleitwort zum Mai und Pfingsten
Liebe Gemeindeglieder, Gäste, liebe Schwestern und Brüder,
Ende Mai feiern wir das Hohe Pfingstfest: Das Fest des Heiligen Geistes, ein Fest, das leise beginnt und doch die Welt verändert.
Damals saßen die Jünger beieinander, verunsichert und voller Fragen. Die Türen waren verschlossen, die Zukunft unklar. Und mitten hinein in diese Angst geschieht das Unerwartete: Gottes Geist kommt – wie ein Brausen, wie ein Feuer, wie ein Aufbruch.
Die Apostelgeschichte erzählt davon, wie aus ängstlichen Menschen mutige Zeugen wurden. Nicht aus eigener Kraft, sondern durch den Geist Gottes. Vielleicht kennen wir solche Momente auch heute: Situationen, in denen wir uns klein fühlen, unsicher, sprachlos. Die Welt scheint laut, schnell und oft auch beängstigend.
Und doch ist Pfingsten kein Ereignis von damals. Es ist eine Einladung für heute. Gottes Geist will auch uns bewegen, ermutigen, verändern. Ein Hauch von Mitmenschlichkeit, ein Funke Güte. Vielleicht genau dort wirkt Gottes Geist.
Pfingsten geschieht nicht nur im großen Brausen. Es geschieht im Alltag, im Mut zum Guten, im offenen Wort, im aufmerksamen Zuhören. Der Geist Gottes schenkt keine fertigen Antworten. Aber er schenkt die Kraft, neue Wege zu gehen.
So lädt uns Pfingsten ein: Lasst euch bewegen. Lasst euch entzünden. Lasst euch senden. Denn Gottes Geist weht, wo er will – auch heute, auch hier, auch in uns.
