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Mit Segen bekrönt

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„Du krönst das Jahr mit deinem Segen“ – diese Psalmantiphon bildete das Motto für den diesjährigen ökumenischen Reisesegengottesdienst am 21. Juni. Das passte einerseits zur Sommersonnenwende, andererseits kommt da die Krone vor – lateinisch: „Corona“. Wir wollten dieses Wort bewusst nicht auf das Virus dieses Namens reduzieren. Mit dem Gottesdienst-Motto sollte dem Wort „Krone“ seine ursprüngliche Bedeutung zurückgegeben werden als ein Zeichen der von Gott geschenkten Würde eines jeden Menschen. Entsprechend lautete die Anregung, bewusst nachzudenken, was wir in der Corona-Zeit als segensvoll erlebt haben. Wofür sind wir Gott in bewusster Weise dankbar im Blick auf die außergewöhnlichen Umstände der letzten Monate? Zugleich war der Reisesegengottesdienst wie jedes Jahr aber auch durch das Abschiednehmen von Mitgliedern der evangelischen oder der katholischen Gemeinde geprägt. Und ja, der katholische Gemeindeseelsorger ist ebenfalls nicht mehr lange in Prag. Er war freudig überrascht, als ihm Kuratorin und Pfarrerin der evangelischen Gemeinde eine prachtvolle selbstgebastelte Krone schenkten.

Immerhin: 600 Besucher!

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Die Lange Nacht der Kirchen in Prag war diesmal besuchermäßig keine Rekordnacht. Musste und konnte sie auch nicht sein! Aber immerhin durften wir allein in unserer Kirche an die 600 Gäste begrüßen. Viele waren für diese erste Großveranstaltung in der tschechischen Hauptstadt nach dem Lockdown dankbar. Und viele haben sich in ganz persönlicher Weise dem Geheimnis genähert, das unser Leben trägt. Das hat man immer wieder an den stillen, erfüllten, staunenden Gesichtern ablesen können. Großer Dank allen Gemeindemitgliedern, die unser Motto für diesen Abend wirklich werden ließen: „Die deutschsprachige Pfarrei: ein Haus von lebendigen Steinen“.

Firmspender verstorben

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Prag, St. Johannes Nepomuk am Felsen, Juni 2010: Der am 23. Mai 2020 verstorbene ehemalige Grazer Diözesanbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz Johann Weber spendet das Sakrament der Firmung. Elisabeth und Josef Feldbaumer, die den Besuch damals vermittelten, haben dieses Foto zur Verfügung gestellt. Danke! Johann Weber war über dreißig Jahre kirchlicher Oberhirte in der Steiermark und pflegte eine redemptive (das Geschenk der Erlösung in den Mittelpunkt stellende) Pastoral. Er war ein echter Volks- und Seelsorgsbischof mit einer starken sozialen Ader. Sein Wahlspruch lautete: „Evangelizare pauperibus – den Armen das Evangelium verkünden“. Möge der heimgegangene Hirte die Freude der Auferstehung erfahren, die er zeitlebens so herzhaft verkündet hat.

Gottesdienste in unserer Kirche

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Rechtzeitig zum Fest des hl. Johannes Nepomuk können wir nun unsere Gottesdienste wieder mit größerer Teilnehmerzahl feiern. Weiterhin muss man in der Kirche allerdings Abstand zu solchen Personen halten, mit denen man nicht im gleichen Haushalt lebt. Die zu benützenden Sitzbänke sind markiert. Zusätzlich werden – vor allem für Einzelpersonen – Stühle in der Kirche aufgestellt. Weiterhin sollen außerdem Masken getragen werden, und beim Kircheneingang steht ein Desinfektionsmittel für die Hände. Die Anmeldepflicht für Gottesdienste ist aufgehoben!

Alle Gottesdiensttermine finden Sie im nebenstehenden Terminkalender!

„Heiliger Johannes Nepomuk, du bist in deiner Zeit mutig für die Rechte der Kirche gegenüber dem Staat eingetreten und hast dabei dein irdisches Leben eingebüßt, aber das himmlische Leben gewonnen. Dein Beispiel hilft uns, das Recht auf freie Religionsausübung als hohes Gut zu schätzen. Mögen die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft erkennen, dass das Wohl der menschlichen Gemeinschaft auf Säulen beruht, die nicht von Menschenhand gebaut sind. Mögen immer wieder tragfähige Brücken entstehen von Mensch zu Mensch und von der Erde zum Himmel. Das erwirke durch deine Fürbitte beim dreifaltigen Gott. Amen“ (P. Martin Leitgöb).

(Bild: Der „Schlüssellochnepomuk“ auf dem Türbeschlag des Hauptportals unserer Kirche – ein echtes und ziemlich unbekanntes Kleinod.)

Vorschläge für Hausgottesdienste

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Hier sind Vorschläge für Hausgottesdienste zum Herunterladen (per anklicken):
5. Sonntag in der Osterzeit – 10. Mai 2020
4. Sonntag in der Osterzeit – 3. Mai 2020
3. Sonntag in der Osterzeit – 26. April 2020
Weißer Sonntag – 19. April 2020
Ostermontag – 13. April 2020
Ostersonntag – 12. April 2020
Osternacht – 11.April 2020
Karfreitag – 10. April 2020
Gründonnerstag – 9. April 2020
Palmsonntag – 5. April 2020
Fünfter Fastensonntag – 29. März 2020
Vierter Fastensonntag – 22. März 2020
Dritter Fastensonntag – 15. März 2020

Gerne können Sie anstatt der im Gottesdienst üblichen Kollekten einen Betrag auf das Konto unserer Pfarrei überweisen. Die Kontodaten finden Sie, wenn Sie hier klicken. Vergelt’s Gott!

„Die Kirche muss in Zukunft viel lernen!“

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Der folgende Beitrag des Journalisten Markus Bauer, der hier aus Platzgründen nur ausschnittsweise wiedergegeben wird, berichtet vom Themenzoom der Ackermann-Gemeinde am 5. Mai 2020 unter der bewährten Moderation von Rainer Karlitschek und mit P. Martin Leitgöb als Gesprächspartner. Der Beitrag ist zur Gänze auf der Homepage der Ackermann-Gemeinde nachzulesen.


Auf ein immer größeres Feedback stößt der sogenannte Themenzoom der Ackermann-Gemeinde am Dienstagabend. Bei der dritten Folge dieser Reihe waren 46 Bildschirme in Deutschland, Tschechien und Österreich zugeschaltet. (…) Diesmal informierte Pater Dr. Martin Leitgöb CSsR, Seelsorger der Deutschsprachigen Pfarrei in Prag, über die pastorale Arbeit in Zeiten von Corona und die Situation in seiner Prager Pfarrei. (…) Der Geistliche würdigte diesen Themenzoom als seine „größte Videokonferenz der letzten Zeit“ (…).
Vor seinen Ausführungen über die Situation in seiner Pfarrei und der Kirche allgemein bot Pater Leitgöb einen geistlichen Impuls anhand des Psalms 103 aus dem Alten Testament. Anhand einzelner Passagen dieses Psalms machte der Geistliche deutlich, dass trotz Corona das Osterfest nicht storniert, sondern „in unseren Herzen, Häusern und Familien“ gefeiert worden sei. „Es gab noch nie so viel Ostern wie 2020“, so der Pater. Auch die Fastenzeit habe er sehr intensiv erlebt, besonders den Bußcharakter. Klar distanzierte er sich von Sichtweisen, wonach die Corona-Pandemie eine Strafe Gottes sei. „Das ist nicht mein Gottesbild. Gott ist ein großes Geheimnis, wir wissen wenig über Gott – eher, was die Naturwissenschaft und Soziologie sagen“. Demnach stehe fest, dass das Coronavirus sich ausbreitet, „aber nicht, was Gott damit zu tun hat“, machte der Redemptoristen-Pater klar. Zumal auch im Psalm die Güte Gottes besonders betont werde (…).
Die Ausführungen über seine aktuelle pastorale Arbeit stellte Pater Leitgöb unter das Motto des vorangegangen Sonntags, der dem Aspekt „Guter Hirte“ gewidmet war. Gerade jetzt gehe es darum, dass der Hirte, also der Seelsorger, seiner Herde vorangeht, er in der Mitte der Herde ist und auch hinter der Herde. Das Vorangehen betreffe die durch die Corona-Krise nötigen neuen Formen der Kommunikation, der Gottesdienste, d.h. Zeichen setzen und Initiativen ergreifen. Die Position inmitten der Herde bedeute, dass der Priester alle Sorgen sowie Freuden der Pfarrmitglieder teilt, denn „es sind Probleme der ganzen Herde“, so der Pater. Er gab auch Stress und manche schlaflose Nacht zu, drückte aber auch seine Freude über regelmäßiges Kochen aus. Das Laufen hinter der Herde bedeute, dass der Seelsorger nicht jede Initiative oder Aktivität selbst setzen muss. „Vieles ist durch die Gemeindemitglieder, selbstständig geschehen. Es war toll und unterstützenswert, dass die Familien miteinander gebetet haben. Das ist in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen. Ich hoffe, dass das Hausgebet, der Familiengottesdienst nun wieder eine Realität der Kirche wird und bleibt“, schloss Pater Leitgöb seine Ausführungen.
Moderator Karlitschek interessierte die Erstkommunionvorbereitung bzw. Begleitung der Erstkommunionkinder. Hier hat Leitgöb einen Gottesdienst via Zoom mit den Kindern und deren Eltern angeboten. Er verwies auch auf ein Hausgottesdienstkonzept des Bistums Würzburg mit Erstkommunionfamilien. „Die Kirche muss in Zukunft viel lernen. Es geht nach vorne in eine normale Normalität, die aber etwas anders sein wird. Mit viel Mut nach vorne zu gehen wird notwendig sein“, fasste der Redemptorist zusammen (…).
Markus Bauer

Marienmonat Mai

Votivkerze

Diese Votivkerze haben wir in unserer Deutschsprachigen Pfarrei Prag letztes Jahr Msgr. Anton Otte zum 80. Geburtstag geschenkt. Die tschechisch-deutsche Aufschrift entstammt einem Bildstock aus dem Braunauer Ländchen (Ostböhmen). Mittlerweile ist die Kerze in unserer Kirche bereits zur Hälfte heruntergebrannt. Dass Maria uns in jeder Angst und Drangsal beisteht, haben wir gerade in den letzten Wochen erfahren dürfen. Im Marienmonat Mai sind unsere Herzen in Dankbarkeit zur Muttergottes gerichtet.

„Sauguader“ Gottesdienst

Birett

In unserer Prager Gemeinde haben wir vom Anfang der Corona-Krise an auf Hausgottesdienste gesetzt. Das wurde von den Gemeindemitgliedern gut angenommen, und die entsprechenden Vorschläge wurden und werden zum Teil weit über unsere Gemeinde hinaus genützt – nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern beispielsweise sogar in Mexiko! In der Osterzeit haben wir aber noch eine andere Gottesdienstform versucht, zu der uns unsere evangelische Schwestergemeinde hier in Prag inspiriert hat: Gottesdienste über das Videokonferenz-Tool Zoom. So fand am Karsamstagabend eine Kinderosternacht über Zoom statt. Am Weißen Sonntag haben wir dann einen Zoom-Gottesdienst im größeren Kreis der Gemeinde gefeiert, mit dem wir besonders unseren Erstkommunionkindern signalisieren wollten: „Ihr seid nicht vergessen, auch wenn Euer großer Tag heute nicht stattfinden kann!“ Hier seien einige Rückmeldungen zitiert: „Es war richtig schön, wieder gemeinsam zu beten und auch viele (wenn auch nur am Bildschirm) zu sehen. Es war für mich eine neue Erfahrung via Bildschirm – aber eine richtig Gute!“ – “ Sogar unsere Oma hat am Gottesdienst teilgenommen, und jetzt nach der Messe geht es ihr besser als vorher.“ – „Ein unvergessliches Erlebnis.“ Nicht vergessen werden darf vor allem aber die emotionale Reaktion von zwei Buben einer bayerisch-tschechischen Familie: „Der Gottesdienst woar sau-guad!“
(Bild: Für den Zoom-Gottesdienst hat der Pfarrer im Schrank gekramt und sein Birett hervorgeholt, mit dem er in Prag noch nie gesehen ward. Wir sollten auch in diesen herausfordernden Zeiten nicht aufhören, einander zu überraschen.)

Eine große unsichtbare Gemeinschaft

Morgenmesse

In dieser „Corona-Zeit“ feiert P. Martin Leitgöb jeden Tag in unserer Kirche St. Johannes Nepomuk am Felsen die hl. Messe. Alle Gemeindemitglieder sowie alle, die sich unserer Gemeinde verbunden fühlen, sind in diese Feier besonders miteingeschlossen. Auch wenn wir derzeit nicht äußerlich gemeinsam Gottesdienst feiern können, bildet die Eucharistie dennoch weiterhin – und mehr denn je! – die Mitte unserer Gemeinde. Wir sind eine große unsichtbare, aber um nichts weniger wirkliche Gemeinschaft, die vom auferstandenen Herrn Jesus Christus Freude und Hoffnung empfängt. Das trägt in allen gegenwärtigen Herausforderungen!

70 Jahre nach der „Aktion K“

Aktion K

In der Nacht vom 13. auf den 14. April 1950 (auch damals war es die Osterwoche) und dann noch einmal vom 27. auf den 28. April fand in der damaligen Tschechoslowakei die berüchtigte „Aktion K“ statt. Dabei wurden unter Aufsicht der kommunistischen Staatssicherheit 247 Männerklöster aufgelöst, rund 2.500 Ordensmänner verhaftet und das Eigentum der Klöster beschlagnahmt. Dasselbe geschah im Herbst 1950 mit 670 Frauenklöstern und 11.900 Ordensfrauen. Ehre dem Andenken aller Opfer dieser „tschechoslowakischen Batholomäusnacht“ und aller Ordenschrist/inn/en, die bis 1989 unter großem Ungemach gelebt haben und ihrer Berufung gefolgt sind! Der Same ihres Leidens ist nach der Samtenen Revolution aufgegangen und hat in neuerstandenen Ordenskommunitäten und in vielen seelsorglichen und caritativen Aktivitäten der Orden Frucht gebracht. Manchmal kann es lange dauern, dass die Auferstehung kommt – aber sie kommt! Das Foto von der Gedenkstätte im Prämonstratenserklsoter Želiv/Seelau entstand bei einer Gemeindefahrt im Jahre 2013.