Liebe Gemeindeglieder, Neuzugezogene und Gäste, liebe Schwestern und Brüder,
wir können uns im Leben vieles kaufen. Und vergessen oft, dass in unserem Leben nicht alles käuflich ist: Liebe, Zuwendung oder Glück gibt es weder im Supermarkt noch online. Vieles in unserem Leben ist uns geschenkt, doch bereits so selbstverständlich geworden, dass wir vergessen “Danke” zu sagen. Deshalb feiern wir Erntedank, das Fest, das ans Danken erinnert.
Wir danken an diesem Tag vor allem für die Ernte des Jahres, wir danken all den Menschen, die mit ihren Berufen dafür sorgen, dass wir zu essen haben. Die Trockenheit dieses Sommers verbunden mit großen Einbußen in der Ernte machen deutlich, dass das Wachsen auf Äckern und Bäumen nicht mehr selbstverständlich ist.
Erntedank ist die Gelegenheit, “Danke” zu sagen: Für die Ernte – und für noch viel mehr: Dass wir leben, wurde uns von den Eltern geschenkt, dass Menschen uns lieben und sich uns liebevoll zuwenden, ist uns geschenkt, viele Zeichen von Zuneigung und Freundlichkeit sind uns geschenkt, die Natur, die sich jetzt in ein buntes Herbstgewand kleidet, ist uns geschenkt, dass Gott uns ohne jede Bedingung liebt, uns mit offenen Armen empfängt, ist uns geschenkt.
Nichts von all dem können wir uns kaufen, nichts einfordern – immer sind wir Beschenkte.
In der Unruhe auf dieser Welt und auch in vielen privaten Sorgen ist Erntedank die Erinnerung daran, dass wir in unserem Leben auch Beschenkte sind. Und die Einladung, darüber nachzudenken, wem wir schon lange nicht mehr “Danke” gesagt haben.