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Geleitwort zum Juni

„Er, Jesus Christus, ist unser Friede“ schreibt Apostel Paulus im Brief an die Epheser:

Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinem Fleisch nieder. (Eph 2,14)

Christus ist aber kein politischer Friedensstifter. Wenn wir die Glaubenszeugnisse der Evangelisten lesen, können wir den Eindruck gewinnen, dass es genau umgekehrt ist. Jesusverhält sich doch auch als einer, der zur Feindschaft fähig ist, er spaltet also. Er ist zugleich ein Friedenstifter einer anderen Art.

Der Friede, den Christus verkörpert, hat Konsequenzen für unseren Umgang mit anderen Menschen. Wenn wir uns beim Gottesdienstfeiern mit dem Friedensgrußbegrüßen, was tun wir da eigentlich? Auf wen oder was berufen wir uns?

Die Friedensbotschaft von Jesus Christus kann uns individuell und hier vor Ort dabei helfen, diese Frage zu beantworten. Jesus Christus hat, trotz der Gewalt, die ihm angetan wurde, ganz gewaltlos die Feindschaft durch sich selbstam Kreuz überwunden. Wenn wir uns gegenseitig den Friedensgruß wünschen heißt das so viel wie: „Du bist nicht allein in der von den vielen Spaltungen betroffenen Welt. Jesus begegnet Dirin der Lücke der Trennungen, die immer neu und jeden Tag drohen, dein Leben zunichte destruktiv zu machen. Jesus ist dein Friede in jeder Verletzung und jeder Trennung, vor jedem Abgrund, bei allem, was schmerzhaft ist.“

Friedensgruß

Da Christus die trennenden Mauern bereits niedergerissen hat, sind wir in Christus anderen Christen auf der ganzen Welt nicht länger fremd oder unbekannt.

Wir sind Pilger auf einer gemeinsamen Reise.

Wir sind Glieder des Haushaltes Gottes, der die ganze Erde umspannt.

Wir sind verbunden mit den Heiligen aller Zeiten,

wir sind gemeinsam unterwegs,

wir wachsen zusammen,

wir freuen uns gemeinsam, dass wir im Gnadenjahr des Herrn sind.

Lasst uns einander ein Zeichen des Friedens und der Liebe geben. Der Friede des Herrn sei mit euch.

Und auch mit dir. (Der trennende Zaun ist abgebrochen. Zur Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen, s. 196. Verlag des Gustav-Adolf-Werks e.V. Diasporawerk der EKD. Leipzig 1998).